Gerhard Illi erblickt am Sonntag den 6. November 1949 um 07h45 in Luzern das Licht der Welt, ist also Skorpion und hat zudem denselben Aszendenten. Schon im zarten Alter von anderthalb Jahren zerschlägt er seine erste Blechtrommel. Durch dieses Erlebnis haben ihn die Schlaginstrumente endgültig in ihren Bann geschlagen. Nach mehreren Kindertrommeln ersteht er sich mit 12 Jahren eine gebrauchte Marschtrommel, die später durch eine echte Baslertrommel ersetzt wird. So ausgerüstet fehlt er an keiner Fasnacht und treibt während Jahren die "Gagugger", eine der ältesten und renommiertesten Guggenmusiken, mit seinen Rhythmen an. Zur selben Zeit entdeckt er das Schlagzeug und steigt beim Tanzorchester „Les Canards“ ein. Dies ermöglicht ihm ein neues Schlagzeug, Marke „Ludwig“, zu erwerben das heute noch das Grundgerüst seines Arsenals bildet. Schon bald jedoch fühlt er sich durch die kommerzielle Tanzmusik in seiner Kreativität eingeengt. So ist es nicht zu verwundern, dass er „Les Canards“ verlässt um neue musikalische Erfahrungen zu sammeln. In den nächsten Jahren finden wir ihn in verschiedensten lokalen Jazz und Rockgruppen, bis er schliesslich 1970 mit seinem Soloauftritt beim Internationalen Jazz Festival in Zürich die Silbermedaille als Bester Free – Jazz Schlagzeuger gewinnt.
Vom Erfolg beflügelt beschliesst Gerhard Illi, seinen musikalischen Horizont zu erweitern und von der Einsicht geführt, dass das Selbststudium seine Grenzen hat, matrikuliert er sich an der „Hochschule für Musik und Darstellende Kunst“ in Graz. Die nächsten 3 Jahre lernt er nun bei Manfred Josel die Grundlagen des klassischen Jazzdrummers kennen, während zur gleichen Zeit Eje Thelin ihn in die Geheimnisse der freien Gruppenimprovisation einführt. Entscheidend für seine Klangvorstellungen wird jedoch das Studium der elektronischen Musik unter Gösta Neuwirth. Der Klang wird als selbsttragendes musikalisches Element verstanden, und das Schlagzeug bietet die Möglichkeit unzählige Klänge zu erzeugen, welche, losgelöst von der rein rhythmischen Funktion, sich nun als Bausteine harmonischen und melodischen Schaffens anbieten. Aber Graz ist nicht nur Studienort, sondern auch Begegnungs- und Austauschstätte mit anderen Musikern. So spielt er in dieser Zeit unter anderen mit Leszek Laszlo, Radu Malfati, Dieter Glawischnig, Wolfgang Engstfeld, Johannes Faber, Christoph Lauer, Martin Rüegg, Hans Hartmann, Jan Jankeje …Um das gelernte in die Praxis um zu setzen, siedelt er 1974 nach Düsseldorf über. Als fester Bestandteil der Unit (mit Bernd Köppen, Piano und Uli Weiche, Bass), einer Gruppe, die das Konzept des klassischen Klaviertrios neu interpretiert, unternimmt er verschiedene Konzerttourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zur selben Zeit spielt er auch in Synthesis, in der die Live Elektronik von Klaus Röder (Ex Kraftwerk) mit den Holzblasinstrumenten Axel Petry’s, dem Kontrabass Uli Weiche’s und seinem Schlagzeug verschmolzen wird. 1976 gründet er „Die Musikantenkünstler vom Hochniederrhein“ , ein multimediales Orchester, das die Grenzen zwischen Musik, Performance, Theater und Zirkus durchbricht (neben anderem Dada Jubilee in Wuppertal mit WDR 3, Tanztee am Jazzfestival Moers und 2 Monate Tournee durch Italien und Frankreich mit dem Programm „Circo Musicale). Ausserdem arbeitet er in verschiedenen Gruppen als Free – Lance. Aufnahmen für Radio und Fernsehen (Radio Bremen, Westdeutscher Rundfunk, Süddeutscher Rundfunk) mit den Musikantenkünstlern, Unit und im Trio mit Radu Malfati.
1979 bricht Gerhard Illi, der vielen Büro- und Managerarbeit satt, seine Karriere in Deutschland ab und zieht in den Süden Europas wo er 1 Jahr lang als Musikclown in Italien und Spanien auftritt. Schliesslich finden wir ihn in Spanien, das er während der nun folgenden Jahre mit der neu entwickelten Schlagzeug Solo Show bereist, getreu seinem Glauben, dass es viel interessanter sei, vor einem unvoreingenommen Auditorium zu spielen. In all dieser Zeit verfeinert er seine musikalisch Ausdrucksweise in direktem Kontakt mit dem Publikum. Selbstverständlich trommelt er immer wieder in verschiedensten Gruppen um seinen Erfahrungsreichtum aus zu bauen (Wie etwa in den „Piratas del Sur“ wo er die diversen spanischen Tanzstrukturen erlernt). !987 lässt er sich definitiv in Castaño del Robledo nieder. Es folgt ein kurzes Intermezzo mit KÉdKÉ, eine Rockband allerreinster Art, die er zusammen mit Emiliano Vázquez gründet. Auch sind 3 Mini Tourneen mit dem Blues Mann Hary Wetterstein erwähnenswert. Im Jahre 2001 lernt Gerhard Illi Eduardo Polonio und Eduardo Fuentesal kennen, die ihn ans Festival „Confluencias“ einladen. Durch dieses Zusammentreffen wird er erneut mit der zeitgenössischen, improvisierten Musik konfrontiert, der Kreis beginnt sich zu schliessen. Er zieht sich nun zurück, um sich ganz seinem neuen Projekt „From Illinoise with Love“ zu widmen. Weitere Einflüsse kommen durch Reisen nach Indien, Nepal, Marroko, Thailand und Bali dazu. Schlussendlich gibt ihm der Kauf eines elektronischen Schlagzeuges Marke Roland die Möglichkeit die längst erträumten Klangwelten zu verwirklichen. In seinem kleinen „Chestnut Studio“ beschäftigt er sich nun mit der Verfeinerung der Kunst Geschichten mittels eines Schlagzeuges zu erzählen. Er nahm eine CD unter dem Titel "From Illinoise with Love - Concerto for Lily" und eine DVD "Lily goes to Cortegana" auf. Ebenso wirkte er in 2 Ausgaben von "Free and Tapas" in Rahmen des Festivals "Confluencias mit; davon gibt es eine Doppel - CD, welche die Autonomie Regierung Andalusiens herausgab. Trat bei den Festivals Lem 2004 in Barcelona, Sensxperiment 2005 in Lucena und Confluencias 2005 in Huelva auf. Ist Teil de Kulturprogramms 2006 der Provinz Sevilla. Am 23. August 2006 findet die Erstaufführung seines „Konzert für eine unvollendete Kathedrale“ in Castaño del Robledo statt. Mit diesem Werk stellt er zum ersten Male einem breiteren Publikum seine Konzeption der Integration und Interaktion der akustischen Schlagzeugtöne mit den Klängen des elektronischen Schlagzeuges und des Samplers vor. Dieses Konzert führte er in der Folge unter anderem am "Festival de Jazz de la Universidad de Sevilla 2007" und am "Festival Internacional de Música y Danza de Granada 2007" auf. Ende 2007 tritt er in 20 Theater Andalusiens mit seinem Schulprojekt “Das Schlagzeug und seine Entwicklung in der modernen Musik“ im Rahmen des Programmes „ABECEDARIA“ der Junta de Andalucía auf.